wie aus dem Hobby mein Beruf wurde...


ich mal beim arbeiten...
ich mal beim arbeiten...
jetzt kommt mein Hobby, welches zu meinem Beruf wurde...
dann ist es ja gar kein Hobby mehr!
ich bin schwarz-weiss-Maler
ich bin schwarz-weiss-Maler
Hier seht Ihr: Gründer, Geschäftsführer, Aushilfe und Betriebsrat in einem...



wie mein Beruf mal anfing.....
Also liebe Homepage, ich hatte und habe immer noch einen alten Bekannten, nämlich den Guido Albrecht von der Insel Wangerooge. Dieser war 1994 auf der Boot Düsseldorf und brachte von dort geairbrushtes Sweatshirt mit. Ich war erschüttert von so viel Farbe, Dynamik und das mit so wenig Strichen. Das wollte ich auch können und 1995 kaufte ich mir heimlich eine Badger 150 Airbrushpistole für 150,- (DM). Da ich mir noch keinen Kompressor leisten konnte, musste ich mit meiner Mofa (siehe Bilder) täglich zur Tanke fahren und dort habe ich 4 VW Käfer Reifen mit 6 bar Druck aufgepumpt und dann zu hause zum brushen benutzt. Ich bitte, sich das mal mit den 4 Reifen gestapelt, auf dem Gepäckträger vorzustellen.
Die Anfänge der Brusherei endet oft in der Putzlappenkiste, da ich auf fast jeden Stoff gesprüht habe. Zu verkaufen war das damals aber nicht, eher als Geschenk gefürchtet. Dann kam der US Austausch dazu und (siehe Bilder).. ich traf einen "Echten" US T-Shirt Airbrusher. Dieser antwortete mir auf die Frage nach dem Geheimnis des Brushens:" Son, take a close look on Colour and.....!!!! (ist halt ein Geheimnis!)
So, jetzt wusste ich es und konnte wieder zuHause mit dieser Erfahrung meine Karriere starten.
Auf Wangerooge gab es einen Künstlermarkt und ich saß mittendrin und war bereit, mein erstes Shirt zu verkaufen,welches ich auch vor der ganzen Meute gebrusht hatte. Mein Puls war so hoch, das Shirt so schlecht, dass ich mir sagte, "wenn das jemand jetzt kauft, dann kann mich nichts mehr aufhalten..."
Ihr wisst ja, was passiert ist.....
Ich habe ein ähnliches Shirt aufgetrieben, aber nicht das Originale, welches bestimmt zum Aufwischen von z. Bsp. Köterkotze verwendet worden ist !

Das ist eines der ersten Shirts, man beachte die einfache, zweidimensionale Strichführung. Der aufmerksame Beobachter erkennt neben der infantilen Signatur den Hinweis der Herkunft dieses Exemplares... und richtig... "U.S.A" damals war Ronny noch Präsident und ich habe Shirts in meinem "Austauschkeller" gesprüht.

Hier haben wir den Karierre-Ursprung und eines der Shirts, welches zuerst auf Wangerooge verkauft wurden. Natürlich ist diese Stück von 1993 längst ein Nachfolger der Ur-Version, da es nicht so stark verwackelt ist.
....geradezu niedlich, das naive Spritzwasser, welches vom Surfer aufgwirbelt wird... auch der Umrandung läßt noch einige Jahre auf sich warten....



Alle Bilder tauchen noch mal in der Galerie auf.
ich werde irre, da habe ich eben 1 Stunde vorher diesen Text geschrieben und dann beim "Speichern" war alles weg!
Jetzt alles nochmal....
Also:
Während des Abiturs arbeitete ich in der berühmten MTB Schmiede "Cycleforce". Dort sprühte ich auch so manches Shirt und dabei wurde sogar die Presse auf mich aufmerksam. Die MTB Szenen Zeitung "Bike" druckte 2 Shirts ab und verfasste einen kleinen Text. Bemerkenswerterweise gab es nie einen Folgeauftrag nach diesem Artikel.
Kurz vor meinem Abitur, welches ich mit dem unterdurchschnittlichen Durchschnitt von 3,4 bestand, brach ich mir ein Bein beim Baseball (wieder ein Hobby) genauer gesagt wurde es mir von Ziege gebrochen, als er in mich reinlief, oder ich in ihn.
Nun, dieser kleine Rempler beendete jäh meine Militärkarriere, bevor sie überhaupt begann. Bei der Musterung gab es eine verschnauffende T4 Tauglichkeit! Das heisst, nach kurzer Pause weiter Baseball spielen, während mein Herzkranker Baseball Kumpel Marco, bei 30 Grad im Schatten im fernen Holland seinen Dienst fürs Vaterland verrichten musste...
Ich habe dann bei Flughafen gejobbt, natürlich als "Student der Soziologie" (ein Studiengang, wo ich garantiert keinem ambitionierten Studenten was wegnehme, da ich nie vorhatte, auch zur Uni wirklich hinzugehen)
Zurück zum Airbrushen:
Nach einem Jahr bekam ich sogar eine Lehrstelle als "Druckvorlagenhersteller", heißt heute Grafik Designer, ein Job, den mindestens 98% aller Soup Darsteller in ihren Rollen ausüben.

Dort hatte ich zwar wenige Aufgaben aber ich habe mich schon früh bemüht, meine spätere Berufswahl vorzubereiten, indem ich Briefpapier ud Visitenkarten designte.Später wurde ich dann auch noch übernommen und für 1400,- für eine 4 Tage Woche war ich der ideale Billigarbeiter. Als ich dann im November 1994  zum 6-Tage-Rennen in München zum Airbrushen fuhr und dort 1300,- DM an einem Wochenende verdiente reichte ich sofort die Kündigung ein und am 1.1.1995 begann dann meine Selbsständigkeit als Airbrusher!
Da ich noch kein eigenes Auto hatte, lieh ich mir von Papi ein wenig Geld und kaufte einen Renault Rapid 1,3 Benziner, mit 15000 km für 8900,-.
Mit diesem Rapid, flitzten dann mein Freund Busch und ich quer durch die Republik um ordentlich Enduro zu fahren. (Siehe Galerie und Mopeds "Honda MTX, Husky 360 und 250)

Mit diesem Rapid fuhr ich durch unser Land und beackerte in meiner Frühphase die 6-Tage Rennen. Es fing an mit dem Münchner 6-Tage Rennen wo ich hart arbeitete und sofort von dem verdienten Geld nach dem Rennen in den Flieger stieg und erstmal 4-6 Wochen Teneriffa Urlaub machte! Das war noch richtiges Zeit-Geld Management..

Dannach kam Weihnachten und Sylvester und dann Mitte Januar, der  ADAC Hallencross in Dortmund.

Da trifft man viele Leute so auch den "Enduroclub Salzgitter" darunter den Michael Schumacher's Helm Airbrusher, Jens Munser. Eine Lichtgestalt der Helm Design Szene! (Der in der Mitte). Dieser Club brachte die erste Husquvarna Kettensäge ohne Auspuff mit in die Halle und löste damit einen Skandal aus; und später, als sie  ein DB Gleisarbeitensignalhorn mit Pressluft anschleppten, einige Hörstürze...

Nach dem Hallencross kamen die ganzen Frühjahrsmotorradmessen: In chronologischer Reihenfolge: Hamburg, Leipzig, München, Dortmund und Berlin. Hier srühe ich bis heute meine geliebten Mopedmotive (siehe Homepage). Ich mag diese Szene sehr gerne, weil es immer was Neues und völlig verschieden Bikergruppen gibt. Mein Hauptkunde ist da der "normale" Biker. Harleyfahrer bevorzugen eher T-Shirt, die, egal wie scheisse sie aussehen, immer ein Harley Schriftzug, oder eine amerikanische Eins draufhaben müssen!

Hier ein Beispiel, wie ein Moped Motiv entsteht. Leider kann ich mir alle Modelle nicht merken und deshalb schummel ich ein bisschen, und guck ab...

 

 

Nach den Motorradmessen kommt die Modellbaumesse, auch in Dortmund und dort brushe ich Sachen, die mich herausfordern! Zum Beispiel Flug und Schiffsmodelle, die völlig frei Hand aufs Shirt bringen muss...

Nach der Modellbaumesse kommen immer einige Autohäuser oder andere Firmen mit einem " Tag der offenen Tür", dann, wenn der Sommer kommt, ziehe ich immer mit der Staffelei auf die Insel Wangerooge und brushe auf der Hauptstrasse für die Touristen. Meist Seehunde oder Leuchttürme, oft ist auch ein Meeressäuger oder ein selbstleuchtendes Schiffahrtszeichen dabei, manchmal auch eine Seerobbe oder eine Fahrwassermarkierung, also sehr abwechslungsreiche Motive. natürlich geht das nicht den ganzen Tag und so geh ich den Rest des Tages Kiten oder Wellenreiten oder Windsurfen. (Da mache ich noch eine eigen Rubrik mit den Sporthobbies auf...)

Im Herbst kommen dann ganz viele Werkstattmessen, die ich für die Zündkerzenfirma BERU bestreite. Da kann ich alles brushen, was der Kunde will, und das macht Spass!!!

Im November fahre ich dann mit meiner Frau nach Tarifa und im Dezember kommt das Weihnachtsgeschäft, welches Online sehr stark zu Buche schlägt.

Kurz gesagt, ich bin Gott sehr dankbar, für das Talent, welches er mir gegeben hat und die tollen Messen die ich als Künstler bekomme. Ich bin jetzt seit 13 Jahren selbstständig und ich liebe meinen Job, auch das viele rumfahren auf derAutobahn macht mir seit den mp3 Hörspielen nichts mehr aus. Reisen statt Rasen und auf meinen vielen Messen treffe ich immer gerne alte Freunde und besuche die, die auf dem Wege wohnen.